» » » » Генрих Бёлль - Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет

Генрих Бёлль - Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет

На нашем литературном портале можно бесплатно читать книгу Генрих Бёлль - Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет, Генрих Бёлль . Жанр: Языкознание. Онлайн библиотека дает возможность прочитать весь текст и даже без регистрации и СМС подтверждения на нашем литературном портале bookplaneta.ru.
Генрих Бёлль - Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет
Название: Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет
ISBN: -
Год: -
Дата добавления: 15 февраль 2019
Количество просмотров: 176
Читать онлайн

Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет читать книгу онлайн

Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет - читать бесплатно онлайн , автор Генрих Бёлль
В книге предлагается произведение Г.Белля "Хлеб ранних лет", адаптированное (без упрощения текста оригинала) по методу Ильи Франка. Уникальность метода заключается в том, что запоминание слов и выражений происходит за счет их повторяемости, без заучивания и необходимости использовать словарь. Пособие способствует эффективному освоению языка, может служить дополнением к учебникам по грамматике или к основным занятиям. Предназначено для студентов, для изучающих немецкий язык самостоятельно, а также для всех интересующихся немецкой культурой.
1 ... 4 5 6 7 8 ... 51 ВПЕРЕД
Перейти на страницу:

4          Sie ging hinaus, weil das Telefon klingelte, und ich hörte sie wieder sagen: „Ja, ja, ich werde es ihm ausrichten — ja", und sie kam zurück und sagte: „Eine Frau in der Kurbelstraße hat angerufen, sie hat am Telefon geweint, weil sie mit der Maschine nicht fertig wird. Sie bittet Sie, doch gleich zu kommen."

5          „Ich kann nicht", sagte ich, „ich muss erst die gestrigen Anrufe erledigen."

6          Meine Wirtin zuckte die Schulter und ging; ich frühstückte, wusch mich und dachte an Mullers Tochter, dieich gar nicht kannte. Sie hatte schon im Februar in die Stadt kommen sollen, und ich hatte über ihres Vaters Brief gelacht, über seine Schrift, die ich noch von Zensuren unter meinen missglückten Englischarbeiten her kannte, und über seinen Stil.

7          „Meine Tochter Hedwig", schrieb Muller damals, „wird im Februar in die Stadt ziehen, um auf der Pädagogischen Akademie ihr Studium zu beginnen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir behilflich sein könnten, ein Zimmer für sie zu finden. Gewiss werden Sie sich meiner nicht mehr genau erinnern: ich bin Leiter der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule, auf der auch Sie einige Jahre hindurch Ihre Studien trieben" — auf diese vornehme Weise drückte er die Tatsache aus, dass ich mit sechzehn Jahren, nachdem ich zum zweitenmal in der vierten Klasse sitzen geblieben war, als gescheiterter Untertertianer die Schule verließ —, „doch vielleicht", so schrieb Muller weiter, „entsinnen Sie sich meiner gar, und ich hoffe, dass meine Bitte Ihnen nicht allzu viele Unannehmlichkeiten machen wird. Der Raum für meine Tochter sollte nicht zu anspruchvoll, doch auch nicht häßlich sein, möglichst nicht weit von der Pädagogischen Akademie entfernt, doch — wenn es eben zu arrangieren ist — nicht in einem der Stadtteile mit Vorstadtcharakter, und außerdem erlaube ich mir zu betonen, dass das Zimmer auf jeden Fall preiswert sein muss." Während der Lektüre dieses Briefes war Muller für mich zu einer ganz anderen Person geworden, als sie in meiner Erinnerung lebte: ich hatte ihn als nachgiebig und vergesslich, als fast ein wenig schlampig in Erinnerung, aber nun kam das Bild eines Pedanten und Knickers herauf, das nicht zu meiner Erinnerung an ihn passte.




1          Schon das Wort „preiswert" genügte (уже слова «недорогой» было достаточно), um mich ihn (чтобы меня его /Муллера/), den ich keineswegs als hassenswert in Erinnerung hatte (которого я никоим образом не вспоминал как заслуживающего ненависти; hassen — ненавидеть, wert — стоящий), hassen zu machen (заставить ненавидеть), denn ich hasse das Wort „preiswert". Auch mein Vater weiß von Zeiten zu erzählen (даже мой отец умеет рассказать о временах), in denen ein Pfund Butter eine Mark (в которые = когда фунт масла /стоил/ одну марку), ein möbliertes Zimmer mit Frühstück zehn Mark kostete (меблированная комната с завтраком стоила десять марок), Zeiten, in denen man mit dreißig Pfennigen in der Tasche mit einem Mädchen tanzen gehen konnte (с тридцатью пфеннигами в кармане можно было пойти потанцевать с девушкой), und im Zusammenhang mit Erzählungen aus diesen Zeiten wird das Wort „preiswert" immer mit einem anklagenden Unterton ausgesprochen (в связи с рассказами из тех времён слово «недорогой» всегда произносят с обвинительным оттенком; hängen — висеть; mit etwas zusammenhängen — бытьсвязаннымсчем-либо; anklagen — обвинять; aussprechen, sprechen-sprach-gesprochen), als sei der (как будто тот), dem's erzählt wird (кому это рассказывают), schuld daran (виноват в том), dass die Butter jetzt das Vierfache kostet (что масло сейчас стоит в четырё раза /дороже/). Ich habe den Preis für alle Dinge erfahren müssen (я должен был = мне пришлось узнавать цену для всех вещей; das Ding) — weil ich ihn nie zahlen konnte (так как я никогда не мог её заплатить) —, als ich als sechzehnjähriger Lehrling allein in die Stadt kam (когда я шестнадцатилетним учеником один приехал в город): der Hunger lehrte mich die Preise (голод учил меня ценам); der Gedanke an frischgebackenes Brot machte mich ganz dumm im Kopf (мысль о свежеиспечённом хлебе делала меня совсем глупым в голове = у меня голова шла кругом; frisch — свежий, backen — печь), und ich streifte oft abends stundenlang durch die Stadt (и я часто вечерами часами бродил по городу; die Stunde — час, lang — долгий) und dachte nichts anderes als: Brot (и не думал ни о чём другом, кроме хлеба). Meine Augen brannten (мои глаза горели), meine Knie waren schwach (мои колени были слабы; das Knie — колено), und ich spürte (и я чувствовал), dass etwas Wölfisches in mir war (что что-то волчье было во мне): Brot. Ich war brotsüchtig (я был одержимым страстью к хлебу; suchen — искать), wie man morphiumsüchtig ist (как морфинист /одержимый страстью к морфию/). Ich hatte Angst vor mir selbst (я боялся самого себя), und immer dachte ich an den Mann (и всегда думал о человеке), der einmal im Lehrlingsheim einen Lichtbildervortrag über eine Nordpolexpedition gehalten (который однажды в общежитии делал доклад с показом диапозитивов об экспедиции на Северный полюс; das Licht — свет, das Bild — картинка, der Vortrag —доклад; der Nordpol — Северныйполюс; einen Vortrag halten, halten-hielt-gehalten) und uns erzählt hatte (и рассказал нам), dass sie frischgefangene Fische lebend zerrissen (что они разрывали свежепойманную рыбу /ещё/ живую; frisch — свежий, fangen — ловить; leben — жить; zerreißen, reißen-riss-gerissen — рвать) und roh verschlungen hätten (и сырую проглатывали; verschlingen-verschlang-verschlungen — жадноглотать).Noch jetzt oft (ещё /и/ сейчас часто), wenn ich mein Geld abgeholt habe (когда я забираю мои деньги) und dann mit den Scheinen und Münzen in der Tasche durch die Stadt gehe (и потом иду через город с банкнотами и монетами в кармане; der Schein; die Münze), überkommt mich die Erinnerung an die wölfische Angst jener Tage (меня охватывает воспоминание о волчьем страхе тех дней), und ich kaufe Brot (и я покупаю хлеб), wie es frisch in den Fenstern der Bäckereien liegt (когда он лежит свежий в витринах булочных; das Fenster): Zwei kaufe ich, die mir besonders schön erscheinen (которые мне кажутся особенно красивыми), dann im nächsten Laden wieder eins (потом в следующем магазине снова /покупаю/ одну /буханку/; nah — близкий), und kleine braune knusprige Brötchen (и маленькие коричневые хрустящие булочки), viel zu viele (много, слишком много /булочек/), die ich dann später meiner Wirtin in die Küche lege (которые я потом позже отношу моей хозяйке в кухню; spät — поздний), weil ich nicht den vierten Teil des gekauften Brotes essen kann (так как я не могу съесть /и/ четвёртую часть купленного хлеба) und mich der Gedanke (и меня мысль), das Brot könne verderben (что хлеб может испортиться), mit Angst erfüllt (наполняет страхом).

2          Am schlimmsten waren für mich die Monate kurz nach Mutters Tod gewesen (самыми плохими были для меня месяцы вскоре после смерти матери; schlimm — плохой; kurz nach etwas — вскорепослечего-либо): ich hatte keine Lust, die Elektrikerlehre fortzusetzen (мне не хотелось продолжать учёбу на электромонтёра; die Lehre — учёба; fortsetzen), aber ich hatte schon so vieles versucht (но я уже столь многое пробовал): ich war Banklehrling, Verkäufer, Tischlerlehrling gewesen (der Lehrling — ученик; die Bank — банк; der Tischler — столяр; der Verkäufer — продавец); alles immer für genau zwei Monate (всё всегда ровно на два месяца), und ich hasste auch diesen neuen Beruf (ненавидел я и эту новую профессию), hasste meinen Meister so sehr (ненавидел моего мастера настолько), dass mir oft schwindlig wurde (что у меня часто кружилась голова; schwindlig — подверженныйголовокружениям; mir schwindelt — уменякружитсяголова), wenn ich abends in der überfüllten Straßenbahn ins Lehrlingsheim zurückfuhr (когда я вечерами ехал обратно в общежитие в переполненном трамвае; füllen — наполнять; zurückfahren, fahren-fuhr-gefahren — ехать); aber ich hielt die Lehre durch (но я всё же выдержал учёбу до конца; durchhalten), weil ich mir vorgenommen hatte (так как я решил; sich vornehmen, nehmen-nahm-genommen — брать), es ihnen zu zeigen (/это/ им показать). Viermal in der Woche durfte ich abends ins St.-Vinzenz-Hospital kommen (четыре раза в неделю я мог по вечерам ходить в госпиталь …), wo eine entfernte Verwandte von Mutter Küchenschwester war (где дальняя родственница матери была кухонной сестрой = работала на кухне; fern — дальний, entfernen — удалять): dort bekam ich Suppe (там получал я суп; die Suppe; bekommen), manchmal auch Brot, und ich fand auf der Bank vor dem Küchenschalter jedesmal vier oder fünf andere Hungrige vor (и каждый раз я находил на скамейке перед кухонным окошком четверых или пятерых других голодающих; der Schalter — окошко/вучреждении/; vorfinden, finden-fand-gefunden — находить), meistens waren es alte Männer (чаще всего это были старые мужчины), die ihre zitternden Hände zum Schalter hin ausstreckten (которые протягивали свои трясущиеся руки к окошку), wenn die Klappe geöffnet (когда заслонка открывалась) und die runden Arme von Schwester Clara sichtbar wurden (и показывались округлые руки сестры Клары; sichtbar — видимый, sichtbar werden), und ich musste an mich halten (и я должен был сдерживать себя; an sich halten), um ihr die Suppenschale nicht aus der Hand zu reißen (чтобы не вырвать у неё из рук плошку с супом; die Suppe — суп, die Schale). Diese Suppenausgabe fand immer spät statt (эти выдачи супов имели место = происходили всегда поздно; stattfinden), wenn die Kranken längst schliefen (когда больные давно спали; längst — самыйдолгий; schlafen-schlief-geschlafen) — man wollte ihren Argwohn nicht wecken (не хотели будить их подозрение), als würde hier mit ihrer Zuteilung eine unangebrachte Barmherzigkeit getrieben (как будто бы здесь с их пайком занимались неуместным милосердием; anbringen — находитьприменение; treiben-trieb-getrieben; die Zuteilung — распределение, выдача), und in dem Flur (а в коридоре), in dem wir hockten (в котором мы сидели на корточках), brannten nur zwei 15-Watt-Glühbirnen (горели только две лампочки по пятнадцать ватт; glühen — пылать; die Birne — груша; лампочка), die unser Mahl beleuchteten (которые освещали нашу трапезу). Oft wurde unser Schlürfen unterbrochen (часто наше чавканье прерывалось; unterbrechen, brechen-brach-gebrochen — ломать), die Klappe ein zweites Mal zurückgeschoben (заслонка второй раз отодвигалась; zurückschieben, schieben-schob-geschoben — толкать), und Schwester Clara schob Teller voller Pudding in die Öffnung (двигала в проём тарелку, полную пудинга; der Teller; der Pudding): dieser Pudding war immer rot, so knallig rot wie die Zuckerstangen (такой ярко-красный, как сахарные палочки; der Zucker, die Stange — шест), die es auf Rummelplätzen gibt (которые бывают на ярмарках; der Rummel — ярмарка; толкучка, народноегуляние; der Platz — место), und wenn wir zum Schalter stürzten (и когда мы бросались к окошку), stand Schwester Clara hinten in der Küche (стояла сзади в кухне), kopfschüttelnd (качая головой; der Kopf — голова, schütteln — трясти), seufzend (вздыхая), meistens den Tränen nahe (чаще всего близкая к слезам = готовая заплакать). Sie sagte dann: „Wartet", ging noch einmal in die Küche zurück (шла ещё раз обратно на кухню; zurückgehen) und kam mit einer Kanne voll Soße zurück (и возвращалась с кувшинчиком, полной соуса; die Soße; zurückkommen): schwefelgelb war die Soße (соус был серно-жёлтый; der Schwerfel — сера), so gelb, wie die Sonne auf Bildern von Sonntagsmalern ist (как солнце на картинах художников-любителей). Und wir aßen die Suppe (ели суп; essen-aß-gegessen), aßen den Pudding — aßen die Soße und warteten (и ждали), ob der Schalter sich noch einmal öffnen würde (откроется ли окошко ещё раз): manchmal gab es noch ein Stück Brot (иногда давали ещё кусок хлеба; geben-gab-gegeben) — und einmal im Monat verteilte Schwester Clara ihre Zigarettenration an uns (и раз в месяц раздавала нам сестра Клара свой сигаретный паёк): jeder bekam eins oder zwei von diesen kostbaren weißen Stäbchen (каждый получал одну или две из этих драгоценных белых палочек) — meistens aber öffnete Schwester Clara den Schalter nur (в большинстве же случаев открывала сестра Клара окошко только), um uns zu sagen (чтобы сказать нам), dass sie nichts mehr habe (что у неё больше ничего нет). Jeden Monat wurden die Gruppen (каждый месяц группы), die Schwester Clara auf diese Weise speiste (которые таким образом кормила сестра Клара), gewechselt (менялись), und wir kamen dann in die andere Gruppe (и мы попадали тогда в другую группу; kommen-kam-gekommen), die viermal wöchentlich kommen durfte (которой /тоже/ разрешалось приходить четыре раза в неделю), und dieser vierte Tag war der Sonntag (и этот четвёртый день был воскресеньем): und an Sonntagen gab es manchmal Kartoffeln mit Bratensoße (а в воскресенье давали иногда картошку с соусом от жаркого), und ich wartete so sehnsüchtig auf das Ende eines Monats (и я ждал так страстно: «с таким страстным ожиданием» конца месяца), um in die andere Gruppe zu kommen (чтобы попасть в другую группу), so sehnsüchtig, wie ein Gefangener auf das Ende seiner Gefangenschaft wartet (как ждёт заключённый конца своей неволи; fangen-fing-gefangen — ловить; пленить).

1 ... 4 5 6 7 8 ... 51 ВПЕРЕД
Перейти на страницу:
Комментариев (0)