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Генрих Бёлль - Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет

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Генрих Бёлль - Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет
Название: Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет
ISBN: -
Год: -
Дата добавления: 15 февраль 2019
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Немецкий язык с Генрихом Бёллем. Хлеб ранних лет - читать бесплатно онлайн , автор Генрих Бёлль
В книге предлагается произведение Г.Белля "Хлеб ранних лет", адаптированное (без упрощения текста оригинала) по методу Ильи Франка. Уникальность метода заключается в том, что запоминание слов и выражений происходит за счет их повторяемости, без заучивания и необходимости использовать словарь. Пособие способствует эффективному освоению языка, может служить дополнением к учебникам по грамматике или к основным занятиям. Предназначено для студентов, для изучающих немецкий язык самостоятельно, а также для всех интересующихся немецкой культурой.
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2          Neulich (недавно), sieben Jahre nach dieser Zeit im Lehrlingsheim (через семь лет после этого времени в общежитии), sah ich Frau Wietzel an einer Straßenbahnstation stehen (увидел я госпожу Витцель, стоящей на трамвайной остановке; sehen-sah-gesehen), und ich stoppte meinen Wagen (и я остановил мою машину), stieg aus (вышел; aussteigen, steigen-stieg-gestiegen) und bot ihr an (и предложил ей; anbieten, bieten-bot-geboten), sie in die Stadt zu bringen (отвезти её в город). Sie nahm an (она согласилась; annehmen — принимать), doch als ich sie vor ihrer Wohnung absetzte (однако, когда я высаживал её перед её домом), sagte sie herzlich (она искренне сказала): „Ich danke auch schön (конечно, большое спасибо) — aber ein Auto bedeutet noch lange nicht (но автомобиль ещё далеко не означает), dass aus einem was geworden ist ... (что из человека что-то стало = получилось)"




1          Ich hörte meine Wirtin in der Küche Kaffee mahlen, hörte die leisen und freundlichen Ermahnungen, die sie ihrer kleinen Tochter gab — und ich hatte immer noch Lust, ins Bett zurückzugehen und die Decke über den Kopf zu ziehen: noch entsann ich mich, wie schön es gewesen war: im Lehrlingsheim hatte ich es so gut verstanden, meinen Mund elend zu verziehen, dass der Heimleiter, Kaplan Derichs, mir Tee und einen Wärmebeutel ans Bett bringen ließ, und ich fiel, wenn die anderen zum Frühstück hinuntergegangen waren, in den Schlaf zurück und wurde erst wach, wenn gegen elf die Reinemachefrau kam, um den Schlafsaal aufzuräumen. Sie hieß Wietzel, und ich hatte Angst vor ihrem harten, blauen Blick, Angst vor der Rechtschaffenheit dieser starken Hände, und während sie die Bettücher zurechtzog, die Decken faltete — mein Bett meidend wie das Bett eines Aussätzigen —, stieß sie immer wieder jene Drohung aus, die mir heute noch schrecklich in den Ohren klingt: „Aus dir wird nichts — nichts wird aus dir —", und ihr Mitleid, als dann Mutter gestorben war und alle freundlich zu mir waren, ihr Mitleid war mir noch schlimmer. Doch als ich nach Mutters Tod wiederum den Beruf und die Lehrstelle wechselte und tagelang im Heim herumhockte, bis der Kaplan eine neue Stelle für mich gefunden hatte — ich schälte Kartoffeln oder stand mit einem Kehrbesen in der Hand auf den Fluren herum —, in jenen Tagen war ihr Mitleid schon wieder verschwunden, und sooft sie mich erblickte, stieß sie ihre Prophezeiung aus: „Aus dir wird nichts — nichts wird aus dir." Ich hatte Angst vor ihr wie vor einem Vogel, der einen krächzend verfolgt, und flüchtete mich in die Küche, wo ich mich unter dem Schutz von Frau Fechter sicher wusste: ich half ihr Kohl einmachen und verdiente mir manche Extraportion Pudding, indem ich die Weißkohlköpfe über den großen Hobel schob und mich von der Süße der Lieder einlullen ließ, die die Küchenmädchen sangen. Beim Singen mussten Stellen, die Frau Fechter für unsittlich hielt — Stellen wie „Und er liebte sie in der großen dunklen Nacht" — durch Summen übermalt werden. Aber der Weißkohlhaufen nahm schneller ab, als ich gedacht hatte, und es blieben noch zwei fürchterliche Tage, die ich mit dem Kehrbesen in der Hand — unter Frau Wietzels Befehl zu verbringen hatte. Dann fand der Kaplan für mich die Stelle bei Wickweber, und nachdem ich Banklehrling, Verkäuferlehrling und Tischlerlehrling gewesen war, fing ich als Elektriker bei Wickweber an.

2          Neulich, sieben Jahre nach dieser Zeit im Lehrlingsheim, sah ich Frau Wietzel an einer Straßenbahnstation stehen, und ich stoppte meinen Wagen, stieg aus und bot ihr an, sie in die Stadt zu bringen. Sie nahm an, doch als ich sie vor ihrer Wohnung absetzte, sagte sie herzlich: „Ich danke auch schön — aber ein Auto bedeutet noch lange nicht, dass aus einem was geworden ist ..."




1          Ich zog die Decke nicht über den Kopf (я не натянул одеяло на голову; ziehen-zog-gezogen) und ersparte es mir zu entscheiden (и избавил себя /от того, чтобы/ решать), ob Frau Wietzel Recht behalten habe oder nicht (оказалась ли госпожа Витцель права или нет; Recht behalten — сохранятьправоту), denn ob aus mir etwas geworden war oder nicht (так как вышло ли из меня что-нибудь или нет) — es war mir gleichgültig (было мне безразлично; gleich — равный, gültig — действительный).

2          Als meine Wirtin mit dem Frühstück kam (когда моя хозяйка пришла с завтраком), saß ich immer noch auf der Bettkante (я всё ещё сидел на краю кровати; sitzen-saß-gesessen; das Bett — кровать, die Kante — край). Ich gab ihr Vaters Brief, und sie las ihn (и она читала его; lesen-las-gelesen), während ich Kaffee eingoss (пока я наливал кофе; eingießen, gießen-goss-gegossen — лить) und mir ein Brot zurechtmachte (и приготавливал себе хлеб).

3          „Natürlich", sagte sie, „werden Sie hingehen (Вы пойдёте)", und sie legte den Brief aufs Tablett neben die Zuckerdose (и она положила письмо на поднос рядом с сахарницей; aufs = auf das; der Zucker — сахар, die Dose — банка). „Sie werden nett sein (Вы будете любезны) und das Mädchen zum Essen einladen (и пригласите девушку поесть; das Essen — еда). Denken Sie daran (подумайте о том), dass diese jungen Mädchen meistens mehr Hunger haben (что эти молодые девушки чаще всего больше голодны; der Hunger — голод), als sie zugeben (чем они признаются)."

4          Sie ging hinaus (она вышла; hinausgehen), weil das Telefon klingelte (так как звонил телефон), und ich hörte sie wieder sagen (и я услышал, как она снова сказала): „Ja, ja, ich werde es ihm ausrichten (я это ему передам) — ja", und sie kam zurück und sagte: „Eine Frau in der Kurbelstraße hat angerufen, sie hat am Telefon geweint (она плакала у телефона), weil sie mit der Maschine nicht fertig wird (так как она не справляется с машиной; mit etwas fertig werden — справитьсясчем-либо; fertig — готовый). Sie bittet Sie (она просит Вас), doch gleich zu kommen (сейчас же приехать)."

5          „Ich kann nicht", sagte ich, „ich muss erst die gestrigen Anrufe erledigen (я должен сперва выполнить вчерашние вызовы)."

6          Meine Wirtin zuckte die Schulter (передёрнула плечами) und ging (ушла; gehen); ich frühstückte (позавтракал), wusch mich (умылся; sich waschen-wusch-gewaschen) und dachte an Mullers Tochter (и подумал о дочери Муллера; denken-dachte-gedacht), die ich gar nicht kannte (которую я совсем не знал; kennen-kannte-gekannt). Sie hatte schon im Februar in die Stadt kommen sollen (она должна была приехать в город уже = ещё в феврале), und ich hatte über ihres Vaters Brief gelacht (и я смеялся над письмом её отца), über seine Schrift (над его почерком), die ich noch von Zensuren unter meinen missglückten Englischarbeiten her kannte (который я знал ещё по отметкам под моими неудачными работами по английскому языку; glücken — удаться), und über seinen Stil (и над его слогом).

7          „Meine Tochter Hedwig", schrieb Muller damals, „wird im Februar in die Stadt ziehen (переедет в город в феврале), um auf der Pädagogischen Akademie ihr Studium zu beginnen (чтобы начать свою учёбу в педагогической академии; das Studium). Ich wäre Ihnen dankbar (я был бы Вам благодарен), wenn Sie mir behilflich sein könnten (если бы Вы могли мне помочь; behilflich sein — помогать), ein Zimmer für sie zu finden (найти комнату для неё). Gewiss werden Sie sich meiner nicht mehr genau erinnern (Вы, верно, меня уже не вспомните точно; sich erinnern + Gen.): ich bin Leiter der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule (я — директор школы им. Гофмана фон Фаллерслебена), auf der auch Sie einige Jahre hindurch Ihre Studien trieben (в которой и Вы в течение нескольких лет занимались Вашей учёбой; treiben-trieb-getrieben)" — auf diese vornehme Weise drückte er die Tatsache aus (таким благородным, изысканным образом выразил он /тот/ факт; ausdrücken), dass ich mit sechzehn Jahren (что я в шестнадцать лет), nachdem ich zum zweitenmal in der vierten Klasse sitzen geblieben war (после того, как я во второй раз остался сидеть в четвёртом классе; sitzen bleiben — остатьсянавторойгод, bleiben-blieb-geblieben — оставаться), als gescheiterter Untertertianer die Schule verließ (оставил школу как потерпевший неудачу = неудавшийся ученик четвёртого класса; scheitern — потерпетьнеудачу; der Tertianer — ученикчетвёртогоипятогоклассов; verlassen, lassen-ließ-gelassen) —, „doch vielleicht (однако, возможно)", so schrieb Muller weiter, „entsinnen Sie sich meiner gar (Вы всё же помните меня), und ich hoffe (и я надеюсь), dass meine Bitte Ihnen nicht allzu viele Unannehmlichkeiten machen wird (что моя просьба Вам не сделает = не доставит слишком много неприятностей; die Annehmlichkeit — удовольствие). Der Raum für meine Tochter sollte nicht zu anspruchvoll (помещение для моей дочери не должно быть слишком претенциозным; der Anspruch — претензия, запрос), doch auch nicht häßlich sein (однако, и не безобразным), möglichst nicht weit von der Pädagogischen Akademie entfernt (по возможности не далеко от академии; entfernt — удалённый), doch — wenn es eben zu arrangieren ist (если именно это можно устроить) — nicht in einem der Stadtteile mit Vorstadtcharakter (не в какой-либо части города, похожей на пригород: «с характером пригорода»; die Stadt — город, der Teil — часть; die Vorstadt — пригород, der Charakter), und außerdem erlaube ich mir zu betonen (и, кроме того, я позволю себе подчеркнуть), dass das Zimmer auf jeden Fall preiswert sein muss (что комната при любых обстоятельствах должна быть недорогой)." Während der Lektüre dieses Briefes war Muller für mich zu einer ganz anderen Person geworden (во время чтения этого письма Муллер стал для меня совсем иным человеком; die Person; werden-wurde-geworden), als sie in meiner Erinnerung lebte (чем /тот, каким/ он жил в моей памяти): ich hatte ihn als nachgiebig und vergesslich, als fast ein wenig schlampig in Erinnerung (я вспоминал его: «имел его в памяти» как мягкого и забывчивого, как почти немного расхлябанного /человека/), aber nun kam das Bild eines Pedanten und Knickers herauf (но теперь появлялось изображение педанта и скряги; heraufkommen — всходить), das nicht zu meiner Erinnerung an ihn passte (которое не подходило к моему воспоминанию о нём).




1          Ich zog die Decke nicht über den Kopf und ersparte es mir zu entscheiden, ob Frau Wietzel Recht behalten habe oder nicht, denn ob aus mir etwas geworden war oder nicht — es war mir gleichgültig.

2          Als meine Wirtin mit dem Frühstück kam, saß ich immer noch auf der Bettkante. Ich gab ihr Vaters Brief, und sie las ihn, während ich Kaffee eingoss und mir ein Brot zurechtmachte.

3          „Natürlich", sagte sie, „werden Sie hingehen", und sie legte den Brief aufs Tablett neben die Zuckerdose. „Sie werden nett sein und das Mädchen zum Essen einladen. Denken Sie daran, dass diese jungen Mädchen meistens mehr Hunger haben, als sie zugeben."

4          Sie ging hinaus, weil das Telefon klingelte, und ich hörte sie wieder sagen: „Ja, ja, ich werde es ihm ausrichten — ja", und sie kam zurück und sagte: „Eine Frau in der Kurbelstraße hat angerufen, sie hat am Telefon geweint, weil sie mit der Maschine nicht fertig wird. Sie bittet Sie, doch gleich zu kommen."

5          „Ich kann nicht", sagte ich, „ich muss erst die gestrigen Anrufe erledigen."

6          Meine Wirtin zuckte die Schulter und ging; ich frühstückte, wusch mich und dachte an Mullers Tochter, dieich gar nicht kannte. Sie hatte schon im Februar in die Stadt kommen sollen, und ich hatte über ihres Vaters Brief gelacht, über seine Schrift, die ich noch von Zensuren unter meinen missglückten Englischarbeiten her kannte, und über seinen Stil.

7          „Meine Tochter Hedwig", schrieb Muller damals, „wird im Februar in die Stadt ziehen, um auf der Pädagogischen Akademie ihr Studium zu beginnen. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir behilflich sein könnten, ein Zimmer für sie zu finden. Gewiss werden Sie sich meiner nicht mehr genau erinnern: ich bin Leiter der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule, auf der auch Sie einige Jahre hindurch Ihre Studien trieben" — auf diese vornehme Weise drückte er die Tatsache aus, dass ich mit sechzehn Jahren, nachdem ich zum zweitenmal in der vierten Klasse sitzen geblieben war, als gescheiterter Untertertianer die Schule verließ —, „doch vielleicht", so schrieb Muller weiter, „entsinnen Sie sich meiner gar, und ich hoffe, dass meine Bitte Ihnen nicht allzu viele Unannehmlichkeiten machen wird. Der Raum für meine Tochter sollte nicht zu anspruchvoll, doch auch nicht häßlich sein, möglichst nicht weit von der Pädagogischen Akademie entfernt, doch — wenn es eben zu arrangieren ist — nicht in einem der Stadtteile mit Vorstadtcharakter, und außerdem erlaube ich mir zu betonen, dass das Zimmer auf jeden Fall preiswert sein muss." Während der Lektüre dieses Briefes war Muller für mich zu einer ganz anderen Person geworden, als sie in meiner Erinnerung lebte: ich hatte ihn als nachgiebig und vergesslich, als fast ein wenig schlampig in Erinnerung, aber nun kam das Bild eines Pedanten und Knickers herauf, das nicht zu meiner Erinnerung an ihn passte.

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